Mein neuer Arbeitsort im Impact Hub Berlin CRCLR House: Warum das nicht nur „schön“, sondern auch ESG-smart ist
Seit ich als Coworking Member im Impact Hub Berlin im CRCLR House arbeite, merke ich täglich: Dieses Gebäude ist nicht einfach Kulisse – es ist Teil des Konzepts. Auf rund 3.500 m² treffen hier Arbeitsplätze, Meeting- und Workshopräume und ein lebendiger Community-Kern zusammen. Für mich ist das aus Kundensicht genauso relevant wie aus ESG-Sicht: Wer mich hier besucht, sieht sofort, in welchem Umfeld ich mich bewege – und dass Nachhaltigkeit für mich nicht nur ein Slide-Deck-Thema ist.
Circular by Design – und dabei überraschend Berlin
Was ich am CRCLR House besonders mag: Es erzählt Geschichten, ohne laut zu sein. Einige Materialien wurden quer durch Berlin zusammengetragen – darunter Spinde, die früher im Berghain genutzt wurden, Holzreste aus Kunstinstallationen und Möbel, die sonst vermutlich entsorgt worden wären. Das passt zu dem Ansatz „use as is“ statt „neu um jeden Preis“.
Dazu kommen Details, die man erst auf den zweiten Blick sieht – und die genau den Unterschied machen:
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Im Ausbau wurden laut Projektbeschreibung rund 70 % der Materialien/Produkte recycelt oder nachhaltigbeschafft; vieles stammt aus Rückbauprojekten, Messen, Museen oder Lagerbeständen.
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Konstruktionen sind rückbaufähig gedacht; es wird mit Material- bzw. Produktpässen gearbeitet, damit Elemente später wiederverwendet werden können.
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Sogar tragende Stahlteile wurden weitergedacht: Ehemalige Komponenten aus der Dachstruktur wurden als Treppenbauteile wieder eingesetzt.
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Und der Anspruch ist klar formuliert: Baumaterialien sollen – wo rechtlich möglich – wiederverwendet oder wiederverwendbar sein, die Einrichtung größtenteils demontierbar.
Kurz: Das Gebäude ist nicht „grün dekoriert“, sondern auf Kreislaufprinzipien ausgelegt.
Energie: Quartierslösung statt Standardheizung
Auch energetisch ist der Standort spannend, weil er an ein nachhaltiges Quartierskonzept angebunden ist: Wärmepumpen, Solarthermie, ein Blockheizkraftwerk und ein saisonaler Wärmespeicher („eTank“) greifen ineinander. Wenn zusätzlich Leistung nötig ist, kommt ein Spitzenlastkessel dazu – BHKW und Spitzenlastkessel laufen laut Projektbeschreibung vollständig mit Biomethan.
Beim Strom setzt der Standort auf Ökostrom mit Herkunftsnachweisen (über Fair Trade Power). Konkrete Verbrauchszahlen werden noch nachgereicht – für meine Kommunikation zählt aber schon jetzt, dass die Energie-Story nicht vage bleibt, sondern belegbar gedacht ist.
Und dann ist da noch der Community-Kern: das Café The Loop.
Für mich ist das nicht nur „Kaffee und Atmosphäre“, sondern ein echtes soziales Betriebssystem im Alltag. The Loop bietet jeden Tag Lunch – und das Konzept zahlt direkt auf meine Werte (und indirekt auf meine ESG-Story) ein: Das Menü besteht im Kern aus Produkten, die bio, regional, saisonal und pflanzenbasiert sind. Dazu kommt einmal pro Woche der Community Lunch, der Networking angenehm niedrigschwellig macht – ohne „Event-Charakter“, dafür mit echten Gesprächen und häufig auch konkreten Anknüpfungspunkten für Zusammenarbeit.
Was das für meine ESG-Bilanz bedeutet
Wenn ich das auf meine eigene ESG-Logik herunterbreche, zahlt der Standort spürbar ein – nicht als Marketing, sondern als bessere Ausgangslage:
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E (Environmental): Weniger „neu gebauter“ Innenausbau, mehr Wiederverwendung + ein Energie-/Wärmekonzept mit Wärmepumpen, Solarthermie, saisonalem Speicher und Biomethan – und Ökostrom mit Herkunftsnachweisen. Das verbessert die Emissionslogik rund um meinen Arbeitsplatz (insbesondere dort, wo Kunden oder Stakeholder Nachweise erwarten).
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S (Social): Ich arbeite in einer großen Impact-Community; der Hub berichtet über Wachstum auf 500+ Mitglieder und setzt Themen wie DEI, Circular Economy und Sustainable Food strukturell im Ökosystem.
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G (Governance): Transparenz ist Teil des Setups (Impact Report, Projektbeschreibungen, nachvollziehbare Energie- und Materiallogik) – das macht ESG-Argumente für Kund*innen sauberer und audit-freundlicher.
Der einzige echte Wermutstropfen
So ehrlich muss ich sein: Mein Weg zur Arbeit ist gesundheitlich nicht ideal, weil ich mit dem Fahrrad durch zwei stark befahrene Straßen und Kreuzungen muss. Das ist aktuell der einzige Punkt, der sich für mich „weniger nachhaltig“ anfühlt – weniger wegen CO₂, mehr wegen Luft und Stress im Verkehr.
Fazit
Unterm Strich fühle ich mich hier sehr wohl – und genau das ist für mich der entscheidende Mix: ein Ort, der professionell funktioniert, Auftraggebern sofort Kontext gibt, und gleichzeitig meine eigene ESG-Bilanz glaubwürdigunterstützt, weil Gebäude, Energie und Community tatsächlich nach den Prinzipien arbeiten, über die wir so oft nur reden.

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